Die Bologna-Reform
Kennen Sie den Bologna-Prozess bzw. die Bologna-Reform? Falls nicht sollten Sie weiterlesen, denn sie spielt eine nicht unerhebliche Rolle in Ihrem Studienleben.
Im Jahre 1999 haben sich in der italienischen Stadt Bologna Vertreter aus 29 europäischen Ländern getroffen und eine Vereinbarung zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums verabschiedet. Das, was auf diesen Vertrag folgt, nennt man den Bologna-Prozess.
Was sind die wichtigsten Vereinbarungen der Bologna-Reform?
Mehr Internationalität
Den Studenten soll ein einfacherer Übergang von einer Hochschule zu einer anderen Hochschule ermöglicht werden. Bisher gab es oft Probleme, wenn ein deutscher Diplomstudent z.B. in Italien ein Auslandssemester einlegen wollte. Oft konnten erbrachte Leistungen und Klausuren gar nicht oder nur teilweise angerechnet werden. Durch die Reform soll sich dieser Zustand ändern, so dass es ohne Komplikationen möglich ist, ein Semester in Berlin, ein Semester in Rom und ein Semester in Stockholm zu absolvieren.
Vereinheitlichte Studienabschlüsse
Sicherlich die sichtbarste Auswirkung der Bologna-Reform. Bald gibt es keinen deutschen Magister und keine italienisches diploma de laurea mehr, sondern bis zum Jahr 2010 sollen alle Studiengänge auf das zweistufige System mit Bachelor und Master umgestellt werden. So sind die Leistungen der Absolventen verschiedener Länder übergreifend vergleichbar.
Schneller Berufseinstieg
Mit den alten Studienabschlüssen wie z.B. Diplom oder Magister kamen Studenten durchschnittlich erst mit rund 25/26 Jahren auf den Arbeitsmarkt. Die Umstellung auf den Bachelor soll diesen Schnitt verjüngen. Heute können die ersten Akademiker mit 23/24 Jahren in den Beruf starten.
Mehr wissenschaftlicher Austausch
Auch an die Wissenschaftler der Hochschulen wurde gedacht. Sie sollen im Zuge der Reform einfachere Möglichkeiten bekommen, über Ländergrenzen innerhalb Europas zusammenzuarbeiten und die Forschung voranzutreiben.
Weiterqualifizierung für die Besten
Das zweistufige Studiensystem mit Bachelor und Master soll die besten Studenten fördern. Ihnen sollten die Masterstudiengänge offen stehen, während die nicht so guten Bachelor-Absolventen direkt im Arbeitsmarkt durchstarten. So richtig geklappt hat diese Abgrenzung aber nicht.